NAS | 46,0%vol. | Fast Forward Finishing
Ein weiterer Whisky von Seven Seals, diesmal Port Wood Finish und peated. Auch hier gibt es keine Angaben zum Alter und zur wirklichen Reifung. Auch Farbe oder Filterung werden nicht angegeben. Es dürfte sich also erneut um Whisky der Great Northern Distillery handeln, der im geheimnisvollen Seven Seals Verfahren fast-forward-gefinisht wird. Immerhin könnte ihm der Rauch die Komplexität geben, die dem reinen Sherry Wood oder Port Wood gefehlt hat.

Age matters! Warehouses von Edradour/Signatory | © Klaus Bölling, www.boelling.de
Nosing
Da ist Rauch, aber er ist sehr verhalten und schwach, es ist eher ein Holzrauch, der sich deutlich von Islay oder maritimen Rauchnoten unterscheidet. Das ist eine Rauchnote, die auch nicht rauchgewöhnten Whiskytrinker:innen gefallen könnte. Insgesamt sind die Aromen wie bei den beiden anderen Seven Seals Whiskys sehr leicht und zurückhaltend, kein Alter und keine Komplexität oder Tiefe sind zu spüren. Auch hier gilt: Junger Whisky, der seine Jugend gut verbergen kann und zum Trinken einlädt.
Taste
Viele Worte muss man nicht verlieren. Keine Fehlnoten, keine spürbare Jugend aber auch kein Alter, keine Reife – trinkbarer Whisky mit etwas Rauch, der recht generisch und beliebig bleibt. Am deutlichsten von den Aromen sind Vanille und Rauch, Früchte bleiben im Hintergrund. Es sind aber alles recht beliebige Aromen mit wenig eigenem Charakter.
Finish
Das Finish ist rauchbedingt etwas länger. Aufregend oder anregend ist es aber nicht.
Conclusion
Klar, der Whisky ist ok. Mehr aber auch nicht. Das ist Standard-Supermarkt-Style, aber kein 60+ € Whisky. Und deshalb ist auch dieser Whisky ärgerlich. Rauchig und jung? Das können von Torabhaig bis Staoisha (Bunnahabhain) viele Distilleries. Meist aber mit eigenem Charakter.
Alles weitere und ein kleiner Rant zu Seven Seals steht im Whisky Journal.
