43,0%vol. | Sherry Casks
Glengoyne 21 ist ein Luxusprodukt – das suggeriert die Verpackung, das unterstreicht der Preis. Wie bei vielen Luxusprodukten stellt sich die Frage, wird der Status durch die Qualität gerechtfertigt. Abgefüllt wird der Glengoyne 21 mit laschen 43%vol. Das ist auf jeden Fall eine Enttäuschung – insbesondere angesichts von Preisen, die inzwischen weit über 160 – 200 € liegen. Das ist Whisky, von dem ich mir allenfalls ein Sample leisten kann. Schauen wir, wie bedauerlich das ist …

© Klaus Bölling, www.boelling.de
Nosing
Im Nosing ist er sehr mild und angenehm. Die Fruchtigkeit ist sanft, da ist keine auftrumpfende Süße, es kommen leicht säuerliche Noten, die die Früchte unterstützen. Dazu gibt es Studentenfutter mit Nüssen, Mandeln und Sultaninen – keine Rosinen. Insgesamt ist die Fruchtnote eher hell, ein paar rote Johannisbeeren, helle Kirschen und reife Birnen. Die Nussigkeit bekommt einen Nougataspekt.
Taste
Im Geschmack entwickelt sich dazu ein bitterer Ton, die Früchte bleiben indifferent, sind etwas dünn. Da ist das Wildkirsch-Hustenbonbon mit leichter Mentholnote, es ist aber weitgehend aufgelutscht, die Reste kleben mit Resten der Nougatschokolade am Gaumen und lösen sich im Saft von gelben Pflaumen. Vielleicht auch noch ein weißer Pfirsich, der aber noch nicht gänzlich reif ist. Und da ist immer der Gedanke, jetzt müsste noch etwas kommen, ein kleiner Boost, ein Höhepunkt. Aber der Whisky bleibt soft.
Finish
Im Nachklang ist es mehr die Nussnote mit ein paar Nusschalen als eine ausgeprägte Holznote, die am Gaumen bleibt. Ein paar Gewürze vielleicht und eine leicht herbe Trockenheit. Alles in allem waren die Fässer einfach nicht gut genug für einen großartigen Whisky, der bleibenden Eindruck hinterlassen könnte.
Conclusion
Mhm, ein weiterer Whisky, der für den Wahnsinn des aktuellen Marktes steht, auf dem Preise für gereifte Whiskys aufgerufen werden, die sich normale Kunden kaum noch leisten können. Für die Hälfte de Preises wäre dies ein wundervoller Whisky. Nicht herausragend, immer noch zu dünn – aber akzeptabel. So ist es ein Whisky, von dem außer dem 5 cl Sample nichts mehr in meiner Sammlung erscheinen wird. Der Luxusaufschlag wird durch die Qualität nicht ansatzweise gerechtfertigt.
Glengoyne wurde immer als akzeptable Alternative zu Macallen gehandelt – landet aber inzwischen gemeinsam mit Macallen auf der Liste der zu ignorierenden Whiskys.

