43,0%vol. | Ex-Bourbon and Oloroso Sherry Casks
Ein 18jähriger Glengoyne, der in einer riesigen Kiste daher kommt, die Ralfy der Brennerei (im übertragenen Sinn …) um die Ohren gehauen hat, weil Ressourcen und Geld verschwendet werden. Geld, das besser in ein stärkeres Bottling investiert worden wäre, denn 43%vol. sind arg dünn für eine Abfüllung, die im Mitte 2022 in den meisten Shops über 120 € kostet. Der Whisky hat eine gesunde, goldene Farbe. Mal sehen, ob er Qualitäten hat, die den Preis rechtfertigen.

© Klaus Bölling, www.boelling.de
Nosing
Im Geruch hat er zunächst Qualitäten, die ihn als guten Whisky auszeichnen. Es sind aber vornehmlich Aromen, die ich zunächst mit einem Bourbon-Fass assoziere. Da ist eine fruchtige Vanille mit gelben Pflaumen und reifen Birnen, erst im Hintergrund schwingt eine Marzipan-Note, die vom Oloroso rühren könnte.
Taste
Auch im Geschmack ist es ein satter Pflaumensaft, der mit süß-saurem Wechselspiel die Aromen dominiert. Gefällig mit leichtem Alkohol und etwas trockener Bitterkeit am Ende. Das ist gut - aber das ist nicht außergewöhnlich und es ist auch nicht alt. Insgesamt sind die Aromen zu dünn und erreichen nicht die von einem 18jährigen zu erwartende Tiefe.
Finish
Etwas Marzipan bleibt mit gutem Willen zusammen mit restlicher Süße von den Pflaumen und einer leichten Bitterkeit. Für einen bleibenden Eindruck reicht das nicht aus.
Conclusion
Das Problem mit aktuellen Whiskys wie diesem ist die Erwartung, die aufgrund der aufgerufenen Preise geweckt wird. Dieser Whisky erfüllt sie nicht. Er ist zu dünn, das Oloroso-Fass hat zu wenig Eindruck hinterlassen. Er ist lecker und trinkt sich nett. Aber für 120 € möchte ich keinen netten Whisky - da möchte ich einen außerordentlich gereiften Whisky, der Eindruck hinterlässt. Das tut dieser Whisky nicht. Es gibt keinen Grund, ihn zu kaufen, er ist aufgeblasen und überteuert - ein unsympathischer Whisky.

